Gerätekunde Teil 1
Gerätekunde Teil 2
Neben dem Jahresfischereischein und dem Fischereierlaubnisschein, der uns das Angeln an den ausgesuchten Gewässern erlaubt, benötigen wir natürlich noch das dazugehörige Werkzeug. Bei der Fischerprüfung wird lediglich vorausgesetzt, dass wir wissen, welche Angelgeräte zum Fang einiger weniger Fischarten gehören. Außerdem müssen wir die wichtigsten Zubehörteile kennen, die bei der Ausübung der Angelfischerei ebenfalls unverzichtbar sind. Die heutige Vielzahl von Angelgeräten aller Art macht dem noch unerfahrenen Angler die Wahl des fischgerechten Gerätes schwer. Wenn er keinen erfahrenen Berater zur Seite hat, besteht die Gefahr, dass er zum Beispiel seine Ruten zu kurz, zu lang, zu weich oder zu hart, die Schnur zu dünn oder zu dick, den Haken zu klein oder zu groß wählt. Das kann nicht nur seinen Fangerfolg erheblich beeinträchtigen, schlimmer noch: Ein unsachgemäß zusammengestelltes Angelgerät kann durch Gerätebruch oder Abreißen der Schnur den geangelten Fisch gefährden! Deshalb muss der Angler schon vor der ersten Ausübung des Fischfanges wissen, auf was es bei der Zusammenstellung des Angelgerätes ankommt. Er braucht nicht alles zu kennen, was auf dem Markt angeboten wird, aber die wichtigsten Arten der Ruten, Rollen, Schnüre, Haken und des Zubehörs.
Angelruten Zum Fischfang benötigt der Angler zuerst einmal eine Angelrute. Sie versetzt ihn in die Lage, den Köder auszuwerfen und dem Fisch zu präsentieren. Außerdem hilft sie den Haken im Maul des Fisches zu fixieren und den gehakten Fisch zu drillen. Art, Stärke und Länge der Angelruten sind zweifellos abhängig von der Beschaffenheit des Fischwassers und seiner Ufer. Wird vom Schilfgürtel oder hohen Schrägufern geangelt, sind lange Ruten angebracht, während kurze Ruten handlicher und praktischer beim Fischen vom Boot aus und auch beim Watfischen sind. Noch mehr werden Art und Abmessung der Angelruten von der Fischart und deren Verhalten bei Anbiss und Drill und auch der Eigenart ihrer Kampfesweise bestimmt. „Nicht zu leicht und nicht zu kurz“ sollte die Rute beim Fischen auf Großkarpfen sein. „Nicht zu lang und ziemlich hart“ soll die Hechtrute sein. „Sehr leicht und weich und nicht zu kurz“ verlangen die kleinmäuligen Äschen und Nasen unsere Angelrute. Diese Aussagen zeigen uns, dass die Rutenwahl manche Vorkenntnisse voraussetzt. Die Rute muss außerdem noch verschiedene andere Funktionen erfüllen. Je nach Angelmethode, Fischart und der zu erwartenden Fischgröße und auch entsprechend den Gewässerverhältnissen muss eine Rute über eine bestimmte „Aktion“ verfügen. Man unterscheidet bei den Angelruten folgende „Aktionen“: 1. Gleichmäßig auf die ganze Rutenlänge verteilte Durchbiegung („Aktion“) bei Wurf und Drill (auch „Parabolik-Aktion“ genannt). 2. Durchbiegung der Rute in den oberen zwei Dritteln („mittlere Aktion“). 3. Stärkere Verjüngung der Rute in der oberen Hälfte oder nur im oberen Drittel, so dass die Durchbiegung meist im wesentlichen auf das Spitzenteil beschränkt ist (sog. „Spitzen-Aktion“). Letztere, die „Spitzen-Aktion“ ist z.B. dann der normalen, über die ganze Rute verteilten Durchbiegung vorzuziehen, wenn ein Ausholen mit der Rute, also der Rückschwung, durch Buschwerk, Bäume, Zäune und dergleichen behindert ist, denn sie ermöglicht trotzdem weite Würfe mit kurzen Ruten. Auch beim Fischen vom Boot aus ist sie vorteilhaft, da das Herausschnellen des Köders mit nur geringer Arm- und Rutenbewegung möglich ist und so das Gleichgewicht im Boot nicht gestört wird. Die besonders dünn verlaufende Rutenspitze ist außerdem ein empfindlicher Bissanzeiger.
Merke: Nicht die Spitzenstärke der Rute bestimmt die Hakengröße, sondern allein die Art und Größe des zu erwartenden Beutefisches!
Auch die Länge, die Teilung, die Gestaltung des Handgriffs oder die Anordnung der Schnurführungsringe kann bei Angelruten unterschiedlich sein. Bambusruten, wie es sie früher oft gab, sind vom heutigen Markt fast ganz verschwunden. Sie werden aus gelbem, schwarzen oder gefleckten, naturgewachsenem Bambusrohr oder auch aus Tonkinrohr hergestellt und sie sind oft mit einer Vollglas- oder Hohlglas-Spitze versehen. Bambusruten sind dort geeignet, wo extra lange Grundruten unentbehrlich sind.
Heute werden für den Rutenbau Werkstoffe wie Glasfiber und Kohlefaser verwendet. Die genannten Materialien bürgen für eine hohe Lebensdauer, sind trotz hoher Festigkeit biegsam und haben ein geringes Gewicht.
Vollglas(fiber)ruten haben keinen Hohlraum. Sie werden auf feinsten Glasfasern, die durch ein Kunstharz verbunden sind, hergestellt. Die Härtung der Teile wird durch Erhitzung erreicht. Eine Vollglasrute ist schwerer und weicher als die etwa gleich starke Hohlglasrute, dafür aber sehr bruchsicher, unempfindlich und preiswert. Sie wird fast nur noch als extra starke Wurfrute für die Süßwasser- und Meeresfischerei hergestellt, aber auch als Schlepprute in Binnenseen.
Hohlglas(fiber)ruten werden aus zu Bändern oder Stoffbahnen gewebten feinsten Glasfäden hergestellt. Diese werden zu dünnwandigen konischen Röhrchen verarbeitet, die nach Präparierung mit einem Kunstharz durch Erhitzen gehärtet werden.
Hohlglasruten sind sehr leicht und handlich, aber empfindlicher gegen Stoß und starke Biegung als Vollglasruten. Sehr praktisch sind teleskopartig zusammenschiebbare Hohlglasruten in allen Längen, besonders in Längen von 3 bis 5 m und darüber. Die Hohlglasrute ist heute für alle Angelmethode die am meisten verwendete Rute der mittleren Preislage.
Kohlefaserruten sind eine Fortentwicklung der Glasfiberruten, wobei die Glasfiber(faser) durch die Kohlefaser („Graphit“) ganz oder teilweise ersetzt wird. Dieses Material macht den Bau hochwertiger Angelruten möglich. Sie sind etwa 25 bis 30% leichter als die vergleichbare Glasfiberrute. Die insbesondere langen Teleskopruten werden wegen des wesentlich geringeren Gewichts – allerdings zu höheren Preisen – schon weitgehend auch aus Kohlefaser oder einer Kombination aus Glasfaser und Kohlefaser hergestellt.
Es gibt viele verschiedene Rutentypen. Hier einige davon: Grund(angel)rute: Eine Grundrute gibt es in verschiedenen Ausführungen: Leicht, mittelstark und stark; meist zwei- und dreiteilig; als Steckruten mit Hülsenverbindung und mehrteilig als Teleskopruten. Man verwendet sie zum Fischen in allen Wassertiefen von der Oberfläche bis zum Grund (Boden). Eine gemeinsame Eigenschaft aller Komponenten des Geräts zum Grundangeln ist eine gewisse Robustheit, denn bei dieser Angelmethode bekommt man es sicherlich häufig mit großen und auch schweren Fischen zu tun, die in der Lage sind, sich kräftig und ausdauernd gegen das Fangen zu wehren. Die entscheidenden Kriterien beim Kauf der Grundrute sind Rückgrat und Spitzenaktion. Die Länge liegt zwischen 3,5 und 4,5 m, das Wurfgewicht zwischen 30 und 150 g. Gut ist es auch, wenn die Rutenspitze eine kräftige Farbe hat, denn sie dient als Bissanzeiger und muss stets gut beobachtet werden.
Spinn(angel)rute: Eine Spinnrute wird beim Fischen mit Spinnködern (Kunstköder) eingesetzt. Auch sie gibt es in verschiedenen Ausführungen: Leicht, mittelstark, stark und sehr stark. Je nach Länge und Stärke sind Spinnruten ein- oder zweihändig zu führen.
Match(angel)rute Die typische Matchrute besteht aus zwei zusammensteckbaren Teilen und mehreren austauschbaren Spitzen. Handteil und Mittelteil werden zusammengesteckt, die Verbindung zur Spitze kann ein Bajonettverschluss sein. Eine Matchrute ist zwischen 2,7 und 3,6 m lang und besitzt genügend Kraftreserven, um es auch mit kapitalen Fischen aufnehmen zu können. Größte Bedeutung kommt dabei der Spitze zu, denn sie hat die Aufgabe, selbst die zaghaften Bisse besonders wachsamer Fische wie Döbel oder Nase verlässlich zu signalisieren. Eine gute Matchrute ist mit mehreren verschiedenen Spitzen ausgestattet, darunter die Schwingspitze oder „Swing Typ“ und die Bibberspitze oder „Quiver Tip“.
Die Schwingspitzrute ist besonders für stehende oder langsam fließende Gewässer geeignet, denn sie ist extrem sensibel und schlägt schon bei der leisesten Berührung aus. Sie besteht aus zwei starren Teilen, die durch ein Silikongelenk miteinander verbunden sind und ist zwischen 25 und 40 cm lang. Wenn man diese Spitze zum ersten Mal benutzt, kann man das Gefühl haben, die Rute sei an der Spitze gebrochen. Der Biss wird durch Anheben oder seitliches Ausschlagen des vorderen Teils angezeigt. Auf dieses Zeichen reagiert der Angler mit einem weichen, aber geräumigen Anhieb. Ruckartiges Anreißen ist zu vermeiden, damit das meist dünne Vorfach nicht reißt. Die Biberspitze ist für Gewässer mit stärkerer Strömung konzipiert, es handelt sich um eine starre, 40 bis 50 cm lange Spitze, die mit Bajonettverschluss am Mittelteil befestigt wird. Beide Spitzentypen sind meist aus Glasfaser gefertigt, da dieses Material eine sensiblere Reaktion gewährleistet als Kohlefaser.
Stipp(angel)rute: Eine Stipprute besteht aus mehreren hohlen, konischen Teilen. Bei modernen Stippruten werden alle Teile zusammengesteckt, nur das vorderste ist ausziehbar und besteht aus Spitzenhalter und Spitze. Im Gegensatz zur Teleskoprute, bei der das dünnere Teil innerhalb des dickeren verläuft, wird bei der Stipprute das dickere Teil mit seinem dünneren Ende in das dickere Ende des dünnen Teils geschoben, weil nur so das Abmontieren der hinteren Teile beim Einholen möglich ist. Heutzutage bietet der Fachhandel eine breite Palette solcher Ruten in verschiedenen Längen und Preisklassen an, eine Angebotsfülle, die den Anfänger oft verwirrt. Wer mit dem Stippen beginnt, sollte ein höchstens 13 m langes Modell wählen, das noch etwas leichter zu führen ist als die längeren Varianten. Das wichtigste Merkmal einer Stipprute ist das relativ harte Rückgrat, das den Anhieb schnell und ungebremst weiterleitet und die Reaktionszeit zwischen Biss und Anschlag auf ein Minimum reduziert.
Angelrollen Die Angelrolle hat die Aufgabe, die Schnur aufzunehmen und beim Wurf leicht abzugeben. Mit Hilfe der Rolle haben wir auch die Möglichkeit, den beköderten Haken auszuwerfen. Auf der Suche nach dem Zielfisch ermöglicht sie uns außerdem größere Distanzen zu überwinden und nicht zuletzt hilft sie auch, den gehakten Fisch zu drillen. Wichtig ist jedoch, dass die Rollenbremse so eingestellt ist, dass der flüchtende Fisch Schnur von der Rolle ziehen kann, ohne dass diese reißt und es zum sogenannten „Schnurbruch“ kommt. Mit dem Aufkommen der dünnen Perlonschnüre, die nur ein relativ geringes Fassungsvermögen der Spule (Trommel) verlangen, sind die recht großen Rollen der früheren Bauarten verdrängt worden. Der als „Nottinghamrolle“ bezeichnete Rollentyp war ein einfaches Gerät, bei denen sich eine Trommel um eine Achse drehte. Er wird heute nur noch selten von Anglern beim Angeln auf Barben und andere Flussfische als sogenannte Centre Pin benutzt. Inzwischen hat die Stationärrolle in der Grund- und Spinnfischerei das Feld erobert. Ein Grund- und Spinnfischen ohne Stationärrolle ist heute kaum mehr denkbar. War früher die Angelrute der teuerste Teil beim Anschaffen eines Gerätes, so hat heute der Rollenpreis den Rutenpreis oft überholt. Der verhältnismäßig komplizierte Mechanismus, zusammengebaut aus vielen Einzelteilen, verlangt hohe Präzision bei der Herstellung. Billige Stationärrollen haben eine viel geringere Lebensdauer. Außerdem machen sie bald Ärger und gefährden sogar beim Versagen den gehakten Fisch. Da die Rolle eine dominierende Funktion beim Zusammenwirken des Angelgerätes hat, sollte man – auch im Hinblick auf die Lebensdauer – eine Präzisionsrolle vorziehen, die nach Möglichkeit Kugellager, eine fein regulierbare Schnurbremse und ein extra hartes, rotierendes Schnurführungs- bzw. Schnurlaufröllchen hat.
Eine sogenannte Multirolle ist eine übersetzte Rolle mit rotierender Trommel. Der Vorteil einer Multirolle ist das gradlinige Ablaufen der Schnur. In Verbindung mit der Daumenbremse unmittelbar auf der Schnur ermöglicht sie einen genauen Zielwurf. Bei zu scharfem Anschwung entsteht jedoch leicht eine Schnurverhedderung („Perücke“). Das geschieht dann, wenn die Trommel schneller ist als die ablaufende Schnur. Für die Multirolle sind nur leichte und mittelstarke, weiche – evtl. geklöppelte – Schnüre geeignet.
Stationärrollen und auch Multirollen sind besonders zum Fang von Raubfischen, bei denen künstliche Köder (Spinner, Wobbler, Blinker, Gummifische) eingesetzt werden, geeignet. Für Anfänger, die das Auswerfen des Köders noch nicht perfekt beherrschen, kommen besser Stationärrollen in Frage. Hier steht die Rollenachse parallel zum Rutenschaft. Die Stationärrolle ist auch die erste Wahl für das Spinn-, Grund-, Posen- und Meeresangeln in der Brandung oder beim leichten Pilken. Auch Welsangler schwören auf robuste Stationärrollen und geben ihnen den Vorzug gegenüber einer Multirolle.
Grundsätzlich kann man jedoch alle 3 Rollentypen beim Angeln einsetzen. Es gibt sie in verschiedenen Größen und Modellen und verfügen über viele Variationsmöglichkeiten. Stationärrollen z.B. werden mit Kopf- oder Heckbremse aber auch mit Freilauf angeboten. Freilaufrollen empfehlen sich für das Grundangeln. Sie dienen dazu, einen Fisch beim Biss ungehindert Schnur abziehen zu lassen. Auch Karpfen- und Raubfischangler, die auf Hecht oder Zander ansitzen bevorzugen Freilaufrollen, da sie gleichzeitige eine sensible Bissanzeige darstellen. Beim Ansitzangeln auf Aal, beim Feederangeln, Posen- und Brandungsangeln ist dagegen keine Freilauf-Funktion erforderlich, der Anhieb wird direkt gesetzt wird oder der Fisch hakt sich selbst. Beim Meeresangeln, aber auch bei der Raubfischangelei werden zunehmend Multirollen eingesetzt. Letztendlich ist aber alles eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Fliegenfischen Fliegenfischen oder seine Vorläufer ist eine sehr alte Fischfangmethode, die sicher schon kurz nach der Erfindung des Angelhakens und vor der Erfindung der Angelrolle ihren Anfang nahm, was aber mit den heutigen, modernen Fliegenfischen nicht viel zu tun hat. Das Flugangeln oder Fliegenfischen von heute ist eine natürliche, sportliche und traditionelle Art des Angelns und gleichzeitig eine aktive Form. Beim modernen Fliegenfischen werden sogenannte künstliche Fliegen als Köder verwendet. Meistens sind es Nachbildungen von Wasserinsekten, Insektenlarven, Krebstierchen und Kleinfischen, die als Nymphen bezeichnet werden. Flugangler versuchen einen Fisch (z.B. Bachforelle, Saibling oder Äsche) mit einer künstlichen Fliege oder Nymphe bzw. mit einem Streamer (Kunstfliege mit langen, anliegenden Flügeln aus Federn oder Haaren) zum Anbiss zu reizen, indem sie ihren Köder direkt an der Wasseroberfläche (Trockenfliegenfischen) oder im tiefen Wasser (Nassfliegenfischen) anbieten. Das Fischen mit der Fliegenrute erfordert viel Übung, denn die Handhabung des Gerätes ist nicht ganz einfach. Die meist farbige und relativ dicke Fliegenschnur wird von der Rolle gezogen und durch elegante Schwünge mit der Rute in der Luft gehalten, um dann den vermuteten oder auch bekannten Standort des Fisches gezielt anzuwerfen. Die Rolle befindet sich am unteren Ende des Rutengriffs (ein besonderes Merkmal, an dem eine Fliegenrute sofort zu erkennen ist!), was dazu dient, längere Zeit ermüdungsfrei die Technik des Fliegenfischens auszuüben. Da der verwendete Köder (Fliege) nicht das nötige Gewicht dafür besitzt, sind spezielle Fliegenschnüre notwendig. Die Fliegenschnur ist auch der eigentliche Inbegriff des Flugangelns. Erst sie ermöglicht beim Fliegenfischen die Kunst des Werfens. Für jeden Einsatz gibt es eine spezielle Schnur. Fliegenschnüre werden schwimmend (F = floating), schwimmend mit sinkender Spitze (ST), schwebend (I = intermediat) und sinkend (S = sinking) hergestellt. Bei der Fischereiprüfung wird erwartet, dass man eine schwimmende von einer sinkenden unterscheiden kann. Schwimmschnüre tragen auf der Verpackung den Aufdruck F, Schnüre fürs Trockenfischen den Aufdruck S. Sinkende Schnüre sind mit Bleieinschlüssen versehen. Fliegenschnüre werden in Gewichtsklassen (AFTMA = Association for Fishing Tackle Manufactures) angeboten. Es gibt sie in den Klassen 1-15. Fliegenschnüre haben normaler Weise eine Länge von 25m bis 35m, Schussköpfe von 8 - 12m Die gebräuchlichsten sind die Keulenschnüre mit der Bezeichnung WF (Weight Forward), wo sich das Hauptgewicht am Ende der Schnur befinde. Sie klatscht nicht so auf das Wasser und lässt sich doppelt so lange verwenden wie andere Fliegenschnüre. Früher wurden Fliegenschnüre hauptsächlich aus Seide geklöppelt und waren dementsprechend teuer. Solche Schnüre werden auch heute zwar immer noch hergestellt, aber nur wenige Spezialisten benutzen sie. Außerdem verschleißen Seidenschnüre früher und sind sehr pflegeintensiv. Heute werden die meisten Fliegenschnüre aus Kunststoffen hergestellt und bestehen sie aus einem Kern, der Seele und einer oder mehreren Kunststoffummantelungen. Sie sind recht dick und auch farbig. Auch beim Fliegenfischen benötigt man ein Vorfach. Das monofile (einfädige) Vorfach, das sich meistens zum Köder hin verjüngt, d.h. dünner wird, wird zwischen Fliegenschnur und Fliege eingebunden. An dem dünnen Ende wird die Fliege (Öhrhaken!) befestigt. Sollte es einmal zu einem Schnurbruch kommen, so reißt das Vorfach an der dünnen Stelle und der Fisch wird nicht von einem längeren Stück Schnur behindert.
Die Rolle für das Fliegenfischen ist im Prinzip eine einfache Gehäuserolle von hoher Qualität und mit möglichst geringem Gewicht. Sie dient hauptsächlich als Schnurspeicher, aber auch zum Drillen. Die Schnurreserve, die nicht beim Werfen der Kunstfliege gebraucht wird und eigentlich nur beim Drill großer Fische zum Einsatz kommt, wird als „backing“ bezeichnet. Je nach Rollengröße wird zuerst das Backing aufgespult und anschließend kommt erst die Fliegenschnur. Das Backing vergrößert auch den Durchmesser der Spulenachse.
Gerätekunde Teil 2
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